Journal
10. November 2015 / Kommentar schreiben

Xocolatl-Basel

Geschmackvoll.

Diese Umschreibung passt zum Schokoladen-Kaffeehaus Xocolatl auf so vielen Ebenen. Bis ins kleinste Detail mit Liebe ausgestattet wähnt man sich in der Kulisse eines betörenden Liebesfilm, die Sitzwand lädt ein zu gepflegter Konversation und die unzähligen Schokoladen in verwegenen Geschmacksvariationen locken fast noch verführerischer als Homers Sirenen.

Man vergisst die Zeit, kommt zur Ruhe und lässt die Sinne von der authentisch nostalgischen Atmosphäre einlullen. Ein WLAN-Netz sucht man vergebens, statt dessen liest man auf einer Schiefertafel den Ratschlag: Please talk with each other.

Erst vor Kurzem eröffnet, besitzt das Geschäft aber schon eine längere Geschichte. Unweit des jetzigen Standorts fristete es in einer unscheinbaren Gasse ein etwas unauffälliges Dasein. Nichtsdestotrotz entwickelte es sich zu einer Insiderempfehlung, und nun blüht es in verdienter Größe.

So wünsche ich dem Laden, dass in Zukunft noch viele Leute auf den Geschmack kommen werden.

09. November 2015 / Kommentar schreiben

Kaffi-Sandwich-Basel

Eines der auffälligsten unauffälligen Häuser, das ich kenne. Eigentlich an exponierter Lage, bleibt es größtenteils unbemerkt (selbst wenn man ins dortige Café einkehrt). Liegt vielleicht am Verkehr vor Ort, der ständig daran vorbei rauscht. Da gleitet die Aufmerksamkeit einfach daran ab.

08. November 2015 / Kommentar schreiben

Realpstrasse-Reiterstrasse

Manchmal ist es bei Orten wie bei Menschen. Manche bleiben einem für immer fremd, bei anderen ist es, als ob man sich schon immer gekannt hat. Bei der ersten Begegnung entsteht eine sofortige Anziehung und Bindung.

So geht es mir auch bei diesem Haus. Es steht nur ein paar Steinwürfe von uns entfernt und übt eine unwiderstehliche Fazination auf mich aus. Sobald ich es sehe, kommen mir ganz konkrete Dinge in den Sinn:

Italien, Frankreich, Ferien, Strand, Pippi Langstrumpf, Gute Musik, Freundschaft, Genuss, Ruhe, Sofalümmeln, Geruch von Tannennadeln, feuchtes Holz, Feuerknistern, Wein, Vogelgezwitscher, mehrgängiges Essen, mein altes Legohaus, Augsburger Puppenkiste, ZDF Ferienprogramm aus den 80ern, Sonne auf der Haut, Kieselsteinknirschen, Bücherregal, Kerzenschein, Unbekümmertheit, Freiheit, Süßgebäck und und und …

Manchmal spiele ich mit dem Gedanken, einfach dort anzuklopfen und zu fragen, ob ich mich mal umgucken darf. Vielleicht traue ich mich ja irgendwann. Dann hoffe ich nur, dass es mir bei der Begegnung mit den Menschen darin ähnlich geht wie mit dem Haus.

07. November 2015 / Kommentar schreiben

Zatko-Wielandplatz

Eine schöne Verwandlung: Von der Polizeiwache zum Kindergarten.

06. November 2015 / Kommentar schreiben

Zatko-Kinderbuch-Thumbs

Alles fängt mal klein an.

Bevor man eine Comic- oder Bilderbuchseite konkret umsetzt, sollte man sie als sogenannte Thumbnail (Daumennagel) zeichnen. Das kleine Format zwingt einen, sich nur auf das Wesenliche und die Gesamterscheinung einer Seite zu konzentrieren. Meine abgebildeten Beispiele sind in der Originalgröße. Ich mag diesen Teil einer Buchentstehung sehr. Man erhält rasch ein brauchbares Ergebnis und ein Gefühl, wohin die Arbeit zielt. Erste Testleser können ihren Senf beisteuern und Änderungen oder Optimierungen rasch umgesetzt werden. Das hilft, um bei der Reinzeichnung böse Überraschungen zu vermeiden.

Und dann wird daraus vielleicht auch mal was ganz Großes.

05. November 2015 / 6 Kommentare

Wir knipsen praktisch alles, was uns vors Smartphone kommt. Und dank der Unmenge an Bildern glauben wir, die Vergangenheit so besser festhalten zu können. Wir vertrauen dem Gedächtnis einer Festplatte mehr als unserem eigenen.

In letzter Zeit zück ich mehr das Skizzenbuch als mein Smartphone. Ich merke, dass ich dadurch eine engere Beziehung zum Motiv aufbaue. Ich werde wählerischer, was ich abbilden will, lasse mir Zeit für einen Rundumblick und erlebe den Moment eindringlicher. Und auch wenn man nie die Detailfülle eines Fotos erreicht, so hilft eine einfache Zeichnung – egal von welcher Qualität – vor Allem, das Erlebte deutlicher in Erinnerung zu behalten.

Und das ist zumindest für mich wertvoller als 1000 Fotos.

Birsigstrasse-Therwilerstrasse-Basel

Luiz-im-Zoorestaurant

Amerikanischer-Flusskrebs-Luiz

04. November 2015 / Kommentar schreiben

Stadthausgasse-Schneidergasse

Ich liebe diese alten Häuser. Architektonische Winkellabyrinthe, in denen der Blick völlig verloren gehen kann.

03. November 2015 / Kommentar schreiben

CC-GrossvaterFür das Verkehrshaus Luzern hab ich vor geraumer Zeit den Captain Coop entworfen, mit dem man im besagten Museum eine Schnitzeljagd erleben kann. Nun wurde beschlossen, dass sein Konterfei künftig auf Kaffeerahmdeckel erscheinen wird. Das ist zwar kein Ritterschlag wie bei einer eigenen Briefmarke, aber doch eine kleine Ehre – erst recht für einen Kaffeegeniesser wie mich.

02. November 2015 / Kommentar schreiben

Leuchtturm-Gedankenfahrt

Manchmal muss man in Gedanken einfach mal kurz weg.

01. November 2015 / 1 Kommentar

Jahrelang hab ich mit Pinsel, dann mit Stiften getuscht. Mir wurde in jungen Jahren eindringlich erklärt, Illustrationen müssen für den Druck unbedingt getuscht werden. Mit helvetischer Tugendhaftigkeit folgte ich diesem Rat. Irgendwann beherrschte ich diese hohe Kunst ganz passabel, konnte mich aber nie richtig damit anfreunden. Mittlerweile tusche ich am Computer, und da macht es mir sogar Spaß. Aber immer häufiger lasse ich das Tuschen weg und verwende für die Reinzeichnung nur noch den Bleistift. Dabei fällt mir das Zeichnen viel leichter, als sei ich von einer hemmenden Pflicht befreit.

Dies ist eine Seite eines Projekts, an dem ich immer wieder mal sitze, sobald ich etwas Zeit habe (was nicht oft der Fall ist).

DS-Making-of-01DS-Making-of-02DS-Making-of-03DS-Making-of-04DS-Making-of-05DS-Making-of-06

31. Oktober 2015 / Kommentar schreiben

Geisterhaus-im-ElsassPassend zum heutigen Tag wagte ich einen Ausflug in die Vergangenheit. In den späten 70er Jahren mieteten meine Eltern im Elsass dieses Haus, und zwar zu einem Spotpreis. Dazu gehörte ein riesiger Garten mit verschiedenen Obstbäumen, ein kleiner Brunnen und eine Jagdhütte mit gewaltigem Kamin. Wir verbrachten dort unsere Wochenenden und feierten in der Hütte legendäre Feste. Das Rätsel, warum dieses Anwesen so billig zu haben war, wurde schnell gelöst.

Es spukte.

Meine Mutter wachte eines nachts auf (sie hatte stets einen sehr leichten Schlaf) und hörte hinter sich den Boden knarzen, als ob jemand durchs Zimmer liefe. Dann stieß etwas gegen ihr Bett und fiel auf sie drauf. Meine Mutter fing an zu Schreien, stellte dann aber fest, dass sich außer ihr niemand im Zimmer befand.

Mein Vater erlebte etwas Ähnliches. Auch er lag im Bett und bemerkte am Fußende eine kleine weisse Gestalt. Zuerst dachte er, dass ich es sei (ich war damals 5 oder 6), der versucht, zu ihm rauf zu krabbeln. Dann aber wuchs die Gestalt, wurde größer und größer, bis sie fast das ganze Zimmer ausfüllte. Auch er fing an zu schreien und die Gestalt verschwand.

Mein Erlebnis, das mir am deutlichsten in Erinnerung blieb, war, dass ich im dunklen Flur einem alten bärtigen Mann begegnete, dem die Beine fehlten. Er rief mich beim Namen und ich lief so schnell ich konnte zu meinen Eltern.

Im Dorf, wo das Haus steht, ist es bekannt als Spukort. Der Erbauer ließ es für seine Familie errichten, starb aber während den Bauarbeiten. Er trug einen Bart.

Ein sehr schönes abschließendes Detail ist, dass das Anwesen die Hausnummer 13 besitzt.

Ich glaube nicht an Übersinnliches, schon gar nicht an Geister. Und doch war ich lange davon überzeugt, dass es dort wahrhaftig spukt – immerhin habe ich ja eine ziemlich klare Erinnerung daran. Aber je länger ich mich damit befasst habe, desto klarer wurde mir, dass ich und wahrscheinlich auch meine Eltern sich das Ganze einfach zusammen gesponnen haben. Nichts lässt sich nämlich so leicht austricksen wie unser Gehirn.

Als ich wieder vor dem Haus stand (in dem niemand zu leben scheint), fiel mir auf, dass darüber Starkstromleitungen führen. Auch kann es gut sein, dass sich darunter Magnetfelder befinden. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich unser Bewusstsein von solchen Dingen stark beeinflussen lässt und unser Verstand einem dann unerklärliche Dinge vorgauckeln kann. Interessant ist, dass gerade an Orten, wo es vermeintlich spukt, häufig Stromleitungen und Magnetfelder existieren.

Auch unsere Erinnerungen werden stark von äußeren Einflüssen geprägt. Man gestaltet sich die Vergangenheit öfters so, wie sie einem gefällt oder wie man sie benötigt (im Negativen wie im Positiven). Es gibt noch zig andere Dinge, die auf unser Hirn einwirken, und so ist das Einzige, was ich konkret zu meiner Geschichte sagen kann, dass ich nicht weiß, was da genau vorgefallen ist. Alles andere wäre wilde Spekulation oder gar Wunschdenken. Außerdem, wenn ich ein Geist wäre, würde ich doch schnurstrakts zu Wissenschaftlern schweben, um das untersuchen zu lassen. Garantiert würde ich nicht in irgendein altes Gemäuer rein, um alte Leute zu erschrecken (gut, am Anfang würde ich es spaßeshalber doch einmal probieren. Aber dann sicher nicht bei alten Leuten, sondern ihr könnt euch ja denken wo).

Wie auch immer, für eine gute Geschichte während des verfluchten Halloween taugt das Haus im Elsass allemal.

30. Oktober 2015 / Kommentar schreiben

Jedermann-kann-Sauhunde-nicht-leiden

29. Oktober 2015 / Kommentar schreiben

War mit meinem Jüngsten für einen Sprung im Zoo. Während seinen Turnübungen am Klettergerüst hatte ich ein paar Minütchen, um dem schnellen Strich zu fröhnen. Solche Fingerübungen fördern bei mir vor Allem das Weglassen, weil ich mich allzu gerne in Details verliere.

Basler-Zoo-Nachwuchsaeffchen

Basler-Zoo-Mann-mit-Zeitung

28. Oktober 2015 / Kommentar schreiben

Ich steh nicht auf Models sondern auf Modelle. Die sind ungeheuer nützlich, wenn man längere Szenen vom gleichen Ort oder den gleichen Dingen zeichnen muss. Da ich ja bereits an der Achterbahn für KNAX werkle, machte ich heute noch ein Modell vom Schlafzimmer von Fetz Braun, dem Bösewicht der KNAX-Insel.

Ich hab versucht, das Zimmer aus verschiedenen Elementen zu basteln, um sie je nach Bedarf zusammensetzen zu können. So habe ich die größtmögliche Freiheit bei der „Kamereführung“. Das hat erstaunlich gut funktioniert, was mich natürlich motiviert, in Zukunft noch häufiger auf diese Methode zu bauen.

Das Ganze erinnert mich ein klein wenig an die Requisiten von Karel Zeman.

KNAX-Schlafzimmer-Fetz-Modell-1

KNAX-Schlafzimmer-Fetz-Modell-2

KNAX-Schlafzimmer-Fetz-Modell-3

KNAX-Schlafzimmer-Fetz-Modell-4

KNAX-Schlafzimmer-Fetz-Modell-5

KNAX-Schlafzimmer-Fetz-Modell-6

KNAX-Schlafzimmer-Fetz-Modell-7

27. Oktober 2015 / Kommentar schreiben

Toms-Reise-1VDas ist Tom. Er hat eine lange Reise hinter sich. Wer wissen möchte, was für eine, der guckt hier!

26. Oktober 2015 / Kommentar schreiben

Jedermann-hat-Vortritt

25. Oktober 2015 / Kommentar schreiben

Steinbuehlmaetteli-Basel

Nach der gestrigen Schwermütigkeit folgt heute wieder Lebendigkeit. Das Steinbühlmätteli liegt nur einen Radiergummiwurf von uns entfernt und lockt mit zig Spielmöglichkeiten große wie kleine Kinder an. An schönen Tagen wird’s aber doch etwas voll, da stapeln sich manchmal die Spielhungrigen schichtenweise. Heute war es verhältnismäßig ruhig, was wohl an der Herbstmesse lag, die gestern mit dem Martinsglöcklein ihren Beginn feierte.

24. Oktober 2015 / Kommentar schreiben

Friedhof-Hoernli-Basel

Ich bin nicht zufrieden mit meinem Ausflug in den Friedhof Hörnli. In der Vorstellung hatte ich ein ganz anderes Bild, das ich malen wollte. Aber manchmal geht’s eben nicht. Ich ärgere mich dann maßlos, zerreisse halbe Skizzenblöcke und schimpfe, was das Zeug hält. Meistens zwing ich mich danach, es trotzdem noch einmal zu versuchen, um wenigstens irgendwas gepinselt zu kriegen. Schließlich wurd’s zwar nicht das, was ich wollte, aber wenigstens mehr als nix. Und das zählt am Ende! So gesehen passte die Örtlichkeit dann doch ganz gut zum Ganzen.

23. Oktober 2015 / Kommentar schreiben

Boris-Zatko-Outdoor-Ausruestung

Um im Freien kreative Gipfel zu erklimmen, braucht es die richtige Ausrüstung. Meine setzt sich wie folgt zusammen:

1.) Thermoskanne (Mit heissem Tee gefüllt, vorzugsweise grüner und stark (!) gezuckert)

2.) Verpflegung (Gesund bis sündig, Hauptsache es schmeckt)

3.) Wasser (Ist klar, malen geht ja nicht ohne)

4.) Mobiles Büro und Unterhaltung (Ich höre fast nie Musik – außer im Zug. Bei mir sorgt teerschwarze Comedy für Abwechslung)

5.) Handschuhe (Saisonal)

6.) Sitzgelegenheiten (Zwei, wahlweise um Material bequem auf Schenkelhöhe zu positionieren oder einer neuen Bekanntschaft einen Platz anzubieten)

7.) Putziges Aquarell-Kästchen

8.) Ein etwas zu mächtiger Gouache-Kasten

9.) Becher aus Kunststoff (Kann man herrlich flach ploppen)

10.) Nastücher (Entweder um Pinsel zu trocknen oder um Tränen der Enttäuschung wegzuwischen, falls ein Bild in die Hose geht)

11.) Metall-Kästchen mit Gümmelchen (Für Stifte, Spitzer, Radiergummi und Pinsel)

12.) 2 Bleistifte (HB & 2B), eine Feder mit schwarzer Tinte, ein Inkstift (XS), ein Radierstift und ein Spitzer

13.) 4 Pinsel (2 spitze und 2 flache)

14.) Ein Skizzenbuch (Das ist immer dabei, mein kreatives Gedächtnis)

15.) 2 Aquarell-Blöcke (Grob gekörnt)

22. Oktober 2015 / Kommentar schreiben

Feierabend

Das hat sich Jedermann verdient.