Journal
04. April 2015 / Kommentar schreiben

Ostern!

Ferienstau, Einkaufszelten und Familien-Attacken. Um diese Feiertage zu überstehen, braucht man wirklich Eier!

Nun gut, bei uns ist es nicht ganz so schlimm. Darum fand ich es eine ganz nette Idee, mal Urban Sketching auf Eiern zu probieren. Ist gar nicht so einfach, wenn man mal was anderes als Sterne, Kreise und Striche auf diese Kalkschalen kritzeln will (Ein Blick aus unserem Wohnzimmerfenster und ein kleiner Blumenstrauß). Zum Fabergé-Ei reicht’s also nicht, aber als Frühlingsbegrüßung genügt es allemal.

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Und beim Versuch, die Eier auszublasen, gab’s auch einen kleinen Kollateralschaden. Machte auch nix, da wurde trotzdem ein leckeres Omelett draus.

Ostern-2015

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

14. März 2015 / 4 Kommentare

Wasserhaeuser_Muenchenstein

Freitag der 13. ist auch nicht mehr das, was er mal war.

Wochenausklang bei Prachtswetter. Nach einer Fahradtour waren wir auf Besuch bei den Wasserhäusern in Münchenstein. Die stehen nicht im Wasser, aber nahe bei. Ein Wasserfall (der Birsfall) rauscht unaufdringlich im Hintergrund und lädt ein zum picknicken, planschen und entspannen.

Meine Vorstellung von Glück.

11. März 2015 / 2 Kommentare

Ich geb’s gerne zu: Ich bin ein Fernsehkind.

Als kleiner Butzi gab’s für mich nix Schöneres, als mit einer Tüte Chips (wahlweise auch ein großes Glas Nutella oder eine ganze Tafel weiße Schokolade), einer Flasche Schweppes und einem Fußbad vor der Glotze zu sitzen und mir eine Kindersendung nach der anderen reinzuziehen (kennt das noch jemand?). Wenn man bedenkt, dass ich dazu noch mit Sport nichts anfangen konnte, grenzt es schon an ein Wunder, dass ich dabei nicht fett geworden bin. Wobei … Was nicht ist, kann ja noch werden.

Wie auch immer … Fernsehen war in meinem Alltag schon immer Pflichtprogramm (ohne wäre ich sicher nicht das geworden, was ich heute bin) und darum war der gestrige Tag ein besonderer Plausch für mich. Ich durfte das Filmteam vom Kulturplatz des Schweizer Fernsehens als Zeichner begleiten, also quasi als dritte “Kamera”. Das Thema der Sendung war “Gezeichnete Welten”, der Ort das Comic-Festival Fumetto in Luzern. Ein Beitrag beschäftigte sich mit den Urban Sketchern (Interview mit Andre Sandmann), und als Mitglied des Schweizer Ablegers dieser Bewegung fiel mir die Ehre zu, hinter den Kulissen Schnappstriche einzufangen.

Das ging den ganzen Tag und entpuppte sich als das von mir erhoffte Vergnügen. Die Trocken- und Ernstheit, die das Schweizer Fernsehen mitunter ja ausstrahlt, war zumindest gestern nirgends zu spüren; die Crew war überhaupt nicht pinselscheu, im Umgang kumpelhaft (mitunter richtig familär) und der Humor war genau nach meinem Geschmack angenehm stachelig. Es herrschte mitreissendes Gewusel, dass ich gar nicht dazu kam, mein Skizzenbuch beiseite zu legen. Das war natürlich anstrengend, aber auch überaus befriedigend.

Für den perfekten Fernsehtag hat’s dann aber leider doch nicht ganz gereicht. Der Fußballclub meines Herzens hat am Abend nämlich sein kapitales Spiel völlig vergeigt.

Aber eben: Man kann nicht alles haben. So wurde es am Ende dann doch auch für mich Zeit zum abschalten.

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09. März 2015 / Kommentar schreiben

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08. März 2015 / Kommentar schreiben

Heute Morgen war es endlich soweit: Das erste Mal in diesem Jahr ein Kaffee im Freien.

Die letzten Wochen herrschte eine Witterung zum Verkriechen; weder Licht noch Schatten, weder Lämmchen noch Biest. Richtiges Zeitgeist-Wetter: Unsäglich politisch korrekt. Aber gerade sieht es ja danach aus, als würde das hiesige Klima endlich wieder mal eine klare Position beziehen. Ich hoffe, das färbt ab.

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02. März 2015 / 3 Kommentare

Ich koche gerne und ich esse gerne.

Wobei ich Letzteres viel besser beherrsche als Ersteres. Was das Kochen angeht, so verhält es sich bei mir damit etwa so wie mit Arzt und Apotheker: Der Arzt stellt ein Rezept aus, der Apotheker hält sich dran. Und ich bin kochtechnisch ganz klar Apotheker; ohne Rezept geht bei mir fast gar nix. Bei mir gibt es gewöhnliche und wortwörtliche Hausmannskost.

Umso besser, wenn man einen guten Freund hat, der sich mit Kochen so richtig auskennt. Und noch besser wird’s, wenn dieser Freund einen auch noch zum Geburtstag mit einem 8-Gang-Menü überrascht.

Claudio Del Principe ist ein anonymer Koch, also süchtig nach Kochen. Sein Blog gehört zu den erfolgreichsten Foodblogs im deutschsprachigen Raum und mit seinen sehr unterhaltsamen Kochbüchern erobert er mittlerweile auch die Buchbranche. Kein Wunder, ist er ja auch noch erfahrener Werbetexter. Und mit seinem Hang zu italienisch mondänem Lebenstil erfüllt er überdies auch noch alle Kriterien des klassischen Lebemannes. Christian Grey ist ein blassgrauer Himbeertoni dagegen.

Darum beschloss ich, den mediteran geplanten Abend nicht mit Fotos, sondern mit meinem Skizzenblock festzuhalten. Das hat definitiv mehr Schick, dachte ich. Claudio lieferte also mit seinen Kochtöpfen den Gaumenschmauß, ich mit meinen Farbtöpfen den Augenschmauß (für den Ohrenschmauß war John Barry zuständig).

Das Erlebte zu zeichnen – statt zu fotografieren – hat beinahe etwas Meditatives; man lässt sich Zeit für’s Motiv, lernt es besser kennen und es drückt sich besser ins Gedächtnis ein. Und sich kritzelnd ans Servierte zu pirschen machte für mich das Essen auch gleich viel geschmackvoller (übrigens hier zu bestaunen).

Apropos Pirschen. Der Abend hatte für mich auch etwas von einem Testlauf. Claudio und ich planen nämlich, das Ganze vielleicht zu wiederholen, aber auf einem mehr – sagen wir – archaischen Terrain. Aber zu viel möchte ich an dieser Stelle auch nicht verraten, da die Idee über ein Gedankenspiel noch nicht hinausgewachsen ist.

Anfangs hoffte ich, höchstens zwei oder drei Blätter voll zu kriegen. Da ja zu jedem Gang auch antständige Tropfen kredenzt wurden, fürchtete ich nämlich, mit der Zeit in beschwippste Trägheit zu verfallen. Zu meiner Verblüffung ließ mich die Lust am Zeichnen aber genau so wenig los wie die Lust am Essen. Claudio lieferte ja auch ständig neue Motivationsköstlichkeiten auf meinen Teller. Es wurde also ein perfekter Abend mit viel Geplauder, Gelächter und einem kreativ genussvollen Sättegefühl. Ein Fest für alle Sinne, wahrhaftig.

Großer Dank, Claudio!

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01. März 2015 / 6 Kommentare

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Kanada? Neuseeland? Schweden?

Nope! Der Öschinensee in der Schweiz.

Genau der richtige Ort, um sich vom angeblich helvetischen Dichtestress zu erholen. Hier würden sich garantiert auch Hobbits wohl fühlen.

10. Februar 2015 / Kommentar schreiben

Letzten Herbst unternahm ich meine erste Wanderung seit Jahrzehnten. Und ich habe sie tatsächlich genossen. Eine eindrückliche Station des Marsches waren die St. Beatus-Höhlen, äußerst dekorativ oberhalb des Thunersees gelegen.

Zwar mussten wir uns anfangs mühsam der zähen Höhlenführerin entwinden, die eine keiffende Lehrerattitüde an den Tag legte, aber danach konnten wir ungestört in die Innereien des Berges eintauchen, von denen es heißt, dass dort einst ein Drache gehaust habe (wobei unser Verdacht dahingehend zielt, dass er sich noch immer dort befindet, eben in Gestalt der Höhlenführerin).

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17. Januar 2015 / Kommentar schreiben

Botanischer_Garten_ABotanischer_Garten_BBotanischer_Garten_CDer Botanische Garten hat zum Zeichnen geladen. Auch ich durfte mittun und blieb bei den Kakteen hängen.

Eigentlich mag ich die Museumsnacht nicht besonders; zu viele Leute und entsprechend herrscht ein Mordsgeschiebe (so bekommt man von den Exponaten weniger mit als im Louvre von der Mona Lisa). Außerdem findet diese Party im kulturellen Deckmantel unverständlicherweise im Winter statt.

Aber gestern wurde ich doch eines Besseren belehrt. Es war sehr angenehm und mit den netten Begegnungen auch ein großes Vergnügen. Aber vielleicht lag’s auch am Regen, der die grobe Besuchermasse fortspühlte.

Der Abend (die ganze Nacht habe ich nicht durchgehalten) bleibt mir also in schöner Erinnerung.

14. Januar 2015 / Kommentar schreiben

Manchmal kommt es vor, dass dem Architekten gesagt wird: »Mach mal!«

Ist auch nicht immer die beste Idee.

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