{"id":544,"date":"2011-05-18T15:18:10","date_gmt":"2011-05-18T13:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.boriszatko.com\/?p=544"},"modified":"2011-05-19T08:38:18","modified_gmt":"2011-05-19T06:38:18","slug":"du-kannst-alles-sein-was-du-willst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.boriszatko.com\/?p=544","title":{"rendered":"DU KANNST ALLES SEIN, WAS DU WILLST!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Traumfaenger.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-543\" title=\"Traumfaenger\" src=\"https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Traumfaenger.jpg\" alt=\"Traumfaenger\" width=\"890\" height=\"1193\" srcset=\"https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Traumfaenger.jpg 890w, https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Traumfaenger-223x300.jpg 223w, https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Traumfaenger-763x1024.jpg 763w\" sizes=\"(max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Super, oder?<\/p>\n<p>Nur leider funktioniert dieser spa\u00dfige Kalenderspruch nicht.<\/p>\n<p>Trotzdem wird einem dieses nervige Motto \u2013 in unterschiedlichster Form \u2013 st\u00e4ndig um die Ohren gehauen. Aber wenn man versucht, alles zu sein, was man will, wird man am Ende wahrscheinlich nichts.<\/p>\n<p>Und das ist nicht gerade viel.<\/p>\n<p>Als Junge habe ich mit kindlicher Unbek\u00fcmmertheit einfach drauf los gezeichnet und geschrieben. Es fiel mir unheimlich leicht. Aber ich lebe eben in der Schweiz, und hier darf einem gef\u00e4lligst nichts leicht fallen. Und weil man eben auch das Kind der Gesellschaft ist, in der man aufw\u00e4chst, machte ich es mir also schwerer als es in Wirklichkeit war. Und gepaart mit dem obigen Zwang, auf Teufel komm raus, zu sein, was man will (oder eben zu zeichnen, wie man will), versank ich mehr und mehr im Stilbrei.<\/p>\n<p>Und es kam, was kommen musste: Unsicherheit. Mein Stil wechselte st\u00e4ndig. \u00dcberfl\u00fcssige Gedanken verkrampften meinen Strich. Jegliches Gef\u00fchl von Vergn\u00fcgen wurde begleitet von Gewissensbissen, denn man arbeitet ja schlie\u00dflich nicht zum Spa\u00df.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich brachte das auch Vorteile. Ich konnte meinen Kunden immer genau den Stil bieten, den sie sich w\u00fcnschten. Nur war das sehr unbefriedigend, und Pers\u00f6nlichkeit strahlten diese Arbeiten \u00fcberhaupt nicht aus.<\/p>\n<p>Der Frust lie\u00df nicht lange auf sich warten. Meine Unzufriedenheit begann nicht nur meine Arbeit zu beeintr\u00e4chtigen, sondern auch mein pers\u00f6nliches Umfeld. Irgendwann zog ich die Notbremse und steckte mir das Ziel, dass zuk\u00fcnftige Kunden nicht blo\u00df einen Zeichner beauftragen, sondern explizit den Zatko w\u00fcnschen sollten.<\/p>\n<p>Dies setzte voraus, dass ich meiner Arbeit einen eigenen Stempel aufdr\u00fccken musste. Entweder der Kunde vertraut meiner Umsetzung, oder er l\u00e4sst es bleiben. Das mag im ersten Augenblick arrogant klingen, bringt im Endeffekt beiden Seiten aber enorm viel \u2013 einem Elektromonteur erkl\u00e4re ich schlie\u00dflich auch nicht, wie er meine Waschmaschine reparieren soll.<\/p>\n<p>Ich h\u00f6rte wieder mehr auf mein Bauchgef\u00fchl und dachte nicht mehr dar\u00fcber nach, wie ich etwas zeichnen sollte, sondern was. Aber dazu musste ich mich regelrecht zwingen. Meine Unbek\u00fcmmertheit war ziemlich eingerostet. Ich f\u00fchlte mich entwurzelt, und es dauerte ziemlich lange, bis ich ein neues Beet gefunden hatte, in dem ich wieder festen Stand finden konnte. Doch dann war sie wieder da, die verschollen geglaubte kindliche Freude. Und die Einsicht, dass ich in erster Linie eigentlich kein Zeichner bin, sondern ein Geschichtenerz\u00e4hler.<\/p>\n<p>Sinn\u2013 oder eben Stilsuche ist schlussendlich wie die ber\u00fchmte Reise, an deren Ende man erkennt, dass man das, was man zu finden hoffte, zuhause schon l\u00e4ngst hatte.<\/p>\n<p>Und so kommt man zur einfachen Erkenntnis, dass man eben doch nur das sein kann, was man ist.<\/p>\n<p>Aber das ist am Ende doch eine ganze Menge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Super, oder? Nur leider funktioniert dieser spa\u00dfige Kalenderspruch nicht. Trotzdem wird einem dieses nervige Motto \u2013 in unterschiedlichster Form \u2013 st\u00e4ndig um die Ohren gehauen. Aber wenn man versucht, alles zu sein, was man will, wird man am Ende wahrscheinlich nichts. Und das ist nicht gerade viel. 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