{"id":298,"date":"2009-10-28T17:20:27","date_gmt":"2009-10-28T15:20:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.boriszatko.com\/?p=298"},"modified":"2009-10-31T10:53:06","modified_gmt":"2009-10-31T08:53:06","slug":"eine-frage-des-stilbruchs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.boriszatko.com\/?p=298","title":{"rendered":"EINE FRAGE DES STILBRUCHS"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Herbst.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-297\" title=\"Herbst\" src=\"https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Herbst.jpg\" alt=\"Herbst\" width=\"890\" height=\"492\" srcset=\"https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Herbst.jpg 890w, https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Herbst-300x165.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Endlich ist er wieder da, der herbstliche Selbstzweifel.<\/p>\n<p>Man sagt mir nach, ich sei ein Gewohnheitstier. Das stimmt nur bedingt, denn ich koste aus, was ich mag, und das kann eine Zeit dauern. Allerdings \u00fcberkommt mich irgendwann die Langeweile, und ich wende mich Neuem zu. In einer Pl\u00f6tzlichkeit, die f\u00fcr meinen Umkreis \u00e4u\u00dferst anstrengend sein kann. Ein quengelndes Kind ist ein Zen-Meister dagegen.<\/p>\n<p>Nun ist es wieder so weit, denn es ist Herbst. Dann stelle ich mich am liebsten in Frage. Das liegt wohl daran, dass in dieser Jahreszeit Altes abgeworfen und Platz f\u00fcr Frisches geschaffen wird. Meine Psyche nimmt sich ein Beispiel daran.<\/p>\n<p>In unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden versuche ich mich neu zu orientieren, meistens dann, wenn sich meine Liebsten schon beruhigt zur\u00fccklehnen, im Glauben, ich sei nun endlich versorgt und richtig aufgegleist. Ich kann nichts daf\u00fcr, es ist die Neugierde, die mich treibt. Und wenn es dann wieder einmal so weit ist, bin ich launisch, ungeduldig und mitunter auch verwirrt. Ich kann gut nachf\u00fchlen, wenn ich w\u00e4hrend dieser Zeit f\u00fcr manche unausstehlich bin. Immerhin reisse ich mich aus einem gef\u00e4lligkeitsgeschw\u00e4ngerten Topf und zapple im sinnleeren Raum. Und wenn ich mich dann irgendwo wieder eingepflanzt habe, braucht es einen Moment, bis meine kreativen Wurzeln gefestigt sind. Ein nicht gerade kuscheliger Prozess, das muss ich zugeben. Aber ich brauche solche drastischen Wechsel, denn es gibt nichts Schlimmeres f\u00fcr mich als tr\u00e4ge Selbstzufriedenheit. Nur so bleibe ich kreativ, und vor allem mir selber treu.<\/p>\n<p>Es ist erstaunlich, in was f\u00fcr einer begrenzten Zone wir Menschen uns bewegen und auch noch zufrieden damit sind. Ein gutes Beispiel ist der Arbeitsweg. Es ist immer Derselbe! Dabei g\u00e4be es sicherlich die eine oder andere Nebenstra\u00dfe, in der man vielleicht etwas Neues entdecken k\u00f6nnte und trotzdem ans Ziel kommt. Aber nein, lieber qu\u00e4lt man sich jeden Tag mit anderen Leidgenossen durch den allmorgendlichen Verkehrsstau.<\/p>\n<p>Aber selbst in der Freizeit sind die Grenzen eng gesteckt. Man w\u00e4hlt sich eine Stammkneipe, der man \u2013 im g\u00e4ngigsten Fall \u2013 ein Leben lang treu bleibt (ich wette, viele Leute w\u00fcrden sich eher von ihrem Partner trennen, als von ihrer Stammkneipe, aber das ist ein anderes Thema). So ist das wohl mit der Freiheit. Hat man sie mal, wei\u00df man nix damit anzufangen. Ist die Bequemlichkeit heutzutage das erstrebenswerteste Gut geworden? Ist unser Entdeckungsdrang tats\u00e4chlich v\u00f6llig verk\u00fcmmert? Gut, auch ich suhle mich gerne mal in der wohlig kuscheligen Routine, aber irgendwann schreit der Kolumbus in mir nach Erneuerung.<\/p>\n<p>Ich gebe es mit Freude zu, ich habe mir ein <a href=\"http:\/\/www.wacom-europe.com\/index2.asp?lang=de&amp;pid=95\" target=\"_blank\">Cintiq 21ux<\/a> zugelegt. Im Grunde, weil ich mir davon eine gro\u00dfe Zeitersparnis bei der Umsetzung meiner Adaption vom &#8222;Wirtshaus im Spessart&#8220; erhoffe. Aber es ist \u2013 obwohl ich seit Jahren mit einem Wacom-Tablett arbeite \u2013 eine ungeheuer gro\u00dfe Umstellung f\u00fcr mich. Ich merke wieder mal, wie gew\u00f6hnt ich an meine Technik war, und wie aufregend die Arbeits- und Sichtweise mit dem neuen Ger\u00e4t ist. Wer meine Arbeit schon seit L\u00e4ngerem verfolgt, der wei\u00df, wie sehr und h\u00e4ufig sich mein Stil erneuert hat. Es gibt viele Zeichner, die ihre Art zu Zeichnen niemals \u00e4ndern. Das ist nat\u00fcrlich toll und mag f\u00fcr viele erstrebenswert sein, aber f\u00fcr mich ist es ein Gr\u00e4uel. Dieses selbstzweiflerische Kribbeln im Bauch, wenn man etwas Neues und Unbekanntes versucht, das m\u00f6chte ich nicht missen. Was man dabei alles entdecken kann, ist unbezahlbar.<\/p>\n<p>Ach, ich freue mich schon auf meine n\u00e4chste Sinnkrise. Daran k\u00f6nnte ich mich wirklich gew\u00f6hnen.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass euer Herbst genauso wunderbar tr\u00fcbsinnig wird wie meiner!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Atelier-im-Herbst.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-296\" title=\"Atelier-im-Herbst\" src=\"https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Atelier-im-Herbst.jpg\" alt=\"Atelier-im-Herbst\" width=\"890\" height=\"445\" srcset=\"https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Atelier-im-Herbst.jpg 890w, https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Atelier-im-Herbst-300x150.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich ist er wieder da, der herbstliche Selbstzweifel. Man sagt mir nach, ich sei ein Gewohnheitstier. Das stimmt nur bedingt, denn ich koste aus, was ich mag, und das kann eine Zeit dauern. 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