{"id":235,"date":"2009-09-28T13:54:10","date_gmt":"2009-09-28T11:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.boriszatko.com\/?p=235"},"modified":"2009-09-28T14:45:25","modified_gmt":"2009-09-28T12:45:25","slug":"auf-der-besetzungsliege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.boriszatko.com\/?p=235","title":{"rendered":"AUF DER BESETZUNGSLIEGE"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Besetzungscouch.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-234\" title=\"Besetzungscouch\" src=\"https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Besetzungscouch.jpg\" alt=\"Besetzungscouch\" width=\"890\" height=\"449\" srcset=\"https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Besetzungscouch.jpg 890w, https:\/\/www.boriszatko.com\/wp-content\/uploads\/Besetzungscouch-300x151.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Comic-Schaffende schrammen oft an der Schizophrenie vorbei. Das liegt nicht daran, dass sie einsam in ihrem Atelier ihrer Leidenschaft fr\u00f6nen, sondern, weil sie Autor, Regisseur, Requisiteur und was wei\u00df ich noch alles in einem sind. Das klingt verwirrend, ist es mitunter auch. Das merke ich zurzeit daran, dass ich gleich an mehreren Projekte gleichzeitig arbeite. W\u00e4hrend ich an der Fortsetzung von Anna Fink schreibe (der Internet-Auftritt wird in den n\u00e4chsten Tagen endlich aufgeschaltet), findet auf meinem Zeichenblock die Charakterauswahl f\u00fcr meine Comic-Adaption von &#8222;Das Wirtshaus im Spessart&#8220; und meinem Bilderbuch &#8222;Lenas Insel&#8220; statt. Die Projekte sind sehr verschieden, und darum tummeln sich auf der Besetzungsliege Figuren herum, die gegens\u00e4tzlicher nicht sein k\u00f6nnten, was mir die \u00dcbersicht nicht gerade einfach macht.<\/p>\n<p>Figurenfindung f\u00fcr Comics und Bilderb\u00fccher ist um einiges h\u00e4rter als das Gegenst\u00fcck im realen Leben, k\u00f6nnen sich die gezeichneten Figuren ja mit k\u00f6rperlichen Reizen keinen Vorteil bei mir verschaffen. Darum muss eine Figur in ihrer Rolle v\u00f6llig \u00fcberzeugen. Andererseits birgt das Entwerfen einer Figur auch eine gro\u00dfe Gefahr, der sich viele Zeichner nicht wirklich bewusst sind. Und dass ist die Gefahr der Evolution.<\/p>\n<p>Hat man sich n\u00e4mlich f\u00fcr eine Figur entschieden, sollte man es tunlichst vermeiden, sofort mit dem Zeichnen der Geschichte zu beginnen. Das Zeichnen eines Albums im Umfang von 40 bis 60 Seiten dauert etwa ein Jahr, und w\u00e4hrend dieser Zeit kann sich vieles ver\u00e4ndern. Und am allermeisten die Figuren. Es gibt nichts Schlimmeres, als dass die Figuren auf der letzten Seite v\u00f6llig anders aussehen als auf der Ersten.<\/p>\n<p>Wie kann man das vermeiden? Indem man vor der eigentlichen Geschichte die Evolution der Figur abschlie\u00dft. Konkret hei\u00dft das, man sollte die Figuren so oft wie es nur geht in den verschiedensten Situationen zeichnen. Dadurch werden sie lebendig und finden ihre endg\u00fcltige Form. Das ist nat\u00fcrlich aufwendig, anstrengend und manchmal auch schlicht langweilig. Aber die M\u00fche lohnt. Am Ende kennt man seine Figuren in und auswendig und kann sich v\u00f6llig auf die Umsetzung der Geschichte konzentrieren. Tut man dies nicht, tanzt einem die Figur auf dem Bleistift rum. Und daf\u00fcr hat man als Comic-Schaffender nun wirklich keinen Nerv, gibt es doch so vieles, um was wir uns ja auch noch k\u00fcmmern m\u00fcssen. Und sei es nur, seine eigene Identit\u00e4t zu bewahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Comic-Schaffende schrammen oft an der Schizophrenie vorbei. Das liegt nicht daran, dass sie einsam in ihrem Atelier ihrer Leidenschaft fr\u00f6nen, sondern, weil sie Autor, Regisseur, Requisiteur und was wei\u00df ich noch alles in einem sind. Das klingt verwirrend, ist es mitunter auch. Das merke ich zurzeit daran, dass ich gleich an mehreren Projekte gleichzeitig arbeite. 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