Journal
24. August 2009 / 6 Kommentare

Fussballhelden-Gold

Es ist wieder Zeit für Helden. Für Fußballhelden, um genau zu sein. Allerdings frage ich mich, was am Fußballspielen so heldenhaft sein soll. 22 Jungs fetzen sich um eine Kugel, und die Zuschauer fiebern mit, als ginge es um ihre Existenz. Na, ja!

Und dann das ewige Gejaule! Peinliches Jammern, sobald man ein bisschen angerempelt wird, sinnloses Protestieren bei Schiedsrichterentscheidungen, die ja sowieso nie zurück genommen werden, ständiges Rausreden bei schwachen Leistungen, dass man in letzter Zeit ja ach so viele Partien bestreiten musste. Ich frage mich langsam, weshalb eigentlich nie solche Proteste aus anderen Sportarten zu hören sind. Eishockey und Tennis zum Beispiel. Die rattern ein ungemein dichteres Pensum ab, heulen tun sie trotzdem nicht. Aber Fußballer sind die Helden, klar!

Man merkt, ich bin Fußballfan.

Darum fiel es mir am Ende dann doch nicht ganz so schwer, die Herren Carlos und Maradona in ein heldenhaftes Licht zu rücken.

16. August 2009 / 18 Kommentare

Rosenkavalier

Mein Ältester hat den Dreh mit dem Dankeschön langsam raus. Er holt sich die Sache, die er möchte und sagt dann Dankeschön. Ziemlich gewieft, muss ich schon sagen. Das Bitte davor kriegen wir auch noch hin, da bin ich zuversichtlich.

Aber ich möchte mir an meinem Ältesten ein Beispiel nehmen und mich hier und jetzt bei all denjenigen bedanken, die mir bei der Anna Fink – in welcher Form auch immer – geholfen haben. Es waren derer so viele, dass ich wohl unmöglich alle namentlich aufzählen kann. Deshalb ist die Blume des Dankes entsprechend mächtig.

Ein weiterer Anlass für mein Dankeschön ist das Schaufenster einer Buchhandlung, in der ich mein Buch entdeckt habe. Gut, zugegeben, ich werde dort im September eine Lesung halten, trotzdem hat es für mich symbolischen Charakter. Nach all den Jahren, von der Niederschrift der ersten Ideen bis hin zur Verlagsfindung, ist das Buch endlich am Ziel angelangt: in einer Buchhandlung. Damit ist die Reise meines Buchprojekts endlich abgeschlossen. Aber die Koffer bleiben gepackt, denn ich bleibe – wie ich hoffe – noch lange unterwegs.

Anna-im-Schaufenster

11. August 2009 / 2 Kommentare

Tee-zu-Babel

Die Menschheit ist dem Untergang geweiht, klar. Aber ich zwinge mich zur Hoffnung, was mir jedoch immer schwerer fällt.

Die folgende Situation soll das veranschaulichen. Eigentlich müsste ich ja dankbar darüber sein, dass mir eine solche Geschichte widerahren ist, denn so brauche ich mir nichts aus den Fingern zu saugen. Aber eben …

Ich wollte mir in einem international bekannten Kaffeehaus ein belegtes Brot gönnen. Man kennt ja mittlerweile meine Abneigung gegenüber Anglizismen, und ich kann nicht anders, als englisch betitelte Waren in Deutsch zu bestellen. Der Dialog gestaltete sich wie folgt:

»Was hätten Sie gerne?« Immerhin lächelte die Angestellte erwartungsfroh.
»Ein Truthahn-Käse-Brot.«, sagte ich ebenfalls lächelnd.
»Ein was?«
»Ein Truthahn-Käse-Brot!«
Sie blickte leicht verwirrt auf die Theke. »Äh … Ich glaube, das haben wir nicht.«
Ich hatte nichts anderes erwartet und zeigte mit dem Finger auf das gewünschte Brot. »Doch, haben Sie.«
Sie blickte mich tatsächlich tadelnd an, fast schon so, als sei ich ein kleines Kind. »Ach, das Turkey ’n‘ Chees Sandwich. Na, sagen Sie das doch gleich!«
»Das habe ich.«
Während sie das Brot aus der Theke nahm, habe ich Blut geleckt und wollte herausfinden, wie nahe ich das Ganze zur Spitze treiben könne. Also sagte ich: »Und dann hätte ich gerne noch einen Milchtee.«
»Also, das haben wir ganz sicher nicht.«
»Wirklich?«
Sie wirkte beinahe so, als würde sie mich bemitleiden. »Ja. Aber wissen Sie was? Ich kann Ihnen gerne einen Schwarztee machen und ein Kännchen Milch dazu stellen.«
Ich war kurz von diesem Vorschlag überwältigt. Dann setzte ich zur Pointe an. »Ach, nein! Die Mühe brauchen Sie sich nicht zu machen, danke. Dann nehme ich einfach einen Chai Latte.«
Sie antwortete nur: »Gerne!«

Obwohl wir dieselbe Sprache sprechen, haben wir uns nicht verstanden. Und unsere Hochhäuser werden immer höher. Kein gutes Zeichen!

03. August 2009 / 8 Kommentare

Gottheit

Männer wollen bewunderte Helden sein, oder zumindest Gottheiten. Letztens war ich sehr nahe dran.

Meine Frau war weg wegen irgendwelcher dringender Besorgungen, und ich alleine mit meinen beiden Söhnen. Der Frischeste lag in meinem Arm, weil er gerade zu nichts anderem Lust hatte. Trotzdem, oder gerade deswegen, fing ich an zu kochen – was ich zwar sehr gerne tue, aber auch nicht gerade spitzenmäßig beherrsche (da räume ich das Feld lieber diesem guten Freund). Aber ich liebe eben Herausforderungen. Also bereitete ich einarmig Risotto mit Schnitzel und Gemüse zu, deckte einarmig den Tisch, und servierte das Essen einarmig. Voller Stolz präsentierte ich dann meiner Frau einarmig meine Heldentat. Sie nickte nur beiläufig und meinte dann in leicht schroffem Ton, ich hätte doch lieber, anstatt zu kochen, den Müll entsorgen, die Wäsche machen und ein wenig abstauben können. Ich dachte zuerst, sie nimmt mich auf den Arm. Zugegeben, sie wirkte mit all den Einkäufen, die sie trug, schon ein wenig abgekämpft und ungeduldig. Aber, Mann, sie begriff überhaupt nicht, was ich da für ein Wunder mit nur einem Arm zustande gebracht habe.

Frauen! Sie verstehen nie, um was es eigentlich geht.

Außerdem fing der Frischeste an zu quengeln, weil er an die Brust wollte, und der Älteste wollte denn auch lieber mit der Eisenbahn spielen als mein Risotto zu goutieren. Schlussendlich saß ich alleine vor meinem Essen und wünschte mir Thors Hammer, um auf den Tisch zu hauen. So ist es um uns Helden bestellt. Niemand bewundert uns mehr, niemand sieht mehr zu uns hoch. Dabei sind unsere Ansprüche mit der Zeit richtig bescheiden geworden.

Ab und zu ein kleines Lob würde uns nämlich auch schon reichen.

23. Juli 2009 / 6 Kommentare

Schreckenskabinett

Etwa so könnte man meinen letzten Besuch in einer öffentlichen Badeanstalt beschreiben.

Aber zuerst eins vorneweg: Ich bin weit davon entfernt, eine Stilikone zu sein. Außerdem lasse ich öfter die Fünfe grade sein, als so manchem lieb wäre. Aber was sich manchmal in einer der romantischsten und charmantesten Badeanstalten in meiner näheren Umgebung blicken lässt, das gefriert einem auch bei der gnadenlosesten Hitze das Blut in den Adern.

Mein bald 3-jähriger Sohn entdeckte endlich seine Freude am Baden und nötigte mich deshalb bei jeder Gelegenheit ins Schwimmbecken. Darüber war ich natürlich hellauf begeistert, aber der Anblick, der sich mir dann bot, ließ mich stark an meiner eigenen Spezies zweifeln. Ich kam mir vor wie in einer Deix-Illustration.

Herrgott, ich und meine Frau haben nun auch zwei Kinder, aber wir lassen uns deshalb nicht gehen, als gäbe es kein Morgen mehr. Leute, reißt euch bitte schön zusammen!

Okay, ganz so schlimm war es im Nachhinein nicht, aber ich schwöre, dass die oben abgebildeten Personen exakt so aussahen – was die Erinnerung daran eben doch so schlimm macht. Aber es lenkt wenigstens davon ab, dass ich mit meiner Seite nicht so schnell voran komme, wie ich es geplant hatte. Immerhin etwas!

Trotzdem ist der Sommer schön. Genießt ihn!

20. Juli 2009 / Kommentar schreiben

SchneckentempoMeine neue Seite, und zwar genauso rasant wie auf dem obigen Bild. Nun sind also bereits die Rubriken Bilderbücher & Romane gefüllt. Aber ich ruhe mich jetzt nicht auf diesem epochalen Fortschritt aus, nein, nein. Die nächste Rubrik wirft ihren Schatten bereits voraus. Ich schleiche weiter, da kenn ich nix!

Wenn doch alles so schnell vorwärts ginge: die nächste WM, die letzten beiden Staffeln von Lost, die Stubenreinheit meiner beiden Söhne. Aber es kann eben doch nicht alles so fix gehen wie hier.

17. Juli 2009 / 6 Kommentare

Auf-ein-NeuesJa, so bin ich denn nun los geflogen. Angekommen bin ich auf meinem neuen Internet-Auftritt zwar noch nicht, wie man an den leeren Rubriken unschwer erkennen kann, aber das kommt noch. Hauptsache der Anfang ist gemacht! Bringt ja nix, ewig rumzufummeln. Ich werde mich also in den nächsten Tagen daran setzen, mein neues elektronisches Zuhause einzurichten und bin schon mächtig gespannt, wer alles vorbei schauen wird.